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Bildungssprache durch MINT-Aktivitäten fördern

bieten Kindern Anlässe für Fragen, Vermutungen und Entdeckungen. In diesen Situationen entsteht ein sprachlicher Raum über das Alltagsgespräch hinaus, in dem Kinder beschreiben, Abläufe ordnen und Schlüsse begründen. Der Beitrag beschreibt die Gestaltung der Auswertungsphase von Experimenten zur Stärkung der Hypothesenbildung und des sachlogischen Erzählens.

Von Udo Elfert
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Warum Experimente sprachlich so ergiebig sind

Beim Forschen verbinden Kinder Handlung und Sprache. Sie Materialien, vergleichen Ergebnisse und erklären physikalische Zusammenhänge. Dabei stehen drei sprachliche Bereiche im Fokus:

meint das sprachliche Register, das in Lern- und Erklärkontexten üblich ist. Es enthält präzise , Fachwörter, komplexe Sätze und kontextentbundene Formulierungen. Im Experiment klingt das so: „Das Wasser steigt im dünnen Röhrchen höher als im breiten Glas.“

beschreibt die Fähigkeit, sprachliche Beiträge zu einem zusammenhängenden Ganzen zu verknüpfen. Dazu gehören Konnektoren wie zuerst, dann, weil, obwohl. Beim Auswerten eines Experiments zeigt sich diese Kompetenz, wenn ein Kind erzählt: „Zuerst haben wir Salz ins Wasser gegeben, dann ist das Ei oben geblieben, weil das Wasser schwerer geworden ist.“

umfasst die Fähigkeit, Sprache situationsgerecht einzusetzen: eine Vermutung äußern, widersprechen, nachfragen, zustimmen. In der Forschergruppe wird sichtbar, wie Kinder ihre Beiträge aufeinander beziehen und Gesprächsrollen ausfüllen.

Hypothesen sprachlich anbahnen

Eine Hypothese ist eine begründete Vermutung vor der Beobachtung. Deren Formulierung erfordert die sprachliche Markierung von Unsicherheit, wozu sprachliche Muster dienen:

  • „Ich vermute, dass …“
  • „Ich glaube, dass … passiert, weil …“
  • „Vielleicht wird …, denn …“
  • „Wenn wir …, dann könnte …“

Die Bereitstellung dieser Satzanfänge im Raum, beispielsweise auf Forscherkarten am Experimentiertisch, unterstützt die Aneignung durch Kinder zur Modalisierung von Aussagen und zum Anschließen von Begründungen.

Beispielsweise werden unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllte Gläser bereitgestellt, an denen Kinder mit Pinseln oder Hölzchen anschlagen. Vor dem Ausprobieren formuliert ein Kind: „Ich vermute, dass das volle Glas tiefer klingt.“ Eine solche Vermutung leitet den systematischen Vergleich ein.

Sprachliche Begleitung in der Auswertungsphase

Nach dem Experiment bildet das gemeinsame Ordnen der Beobachtungen den bildungssprachlichen Kern. Die bewusste Verlangsamung und Aufnahme von Beiträgen der Kinder unterstützen diesen Prozess.

Die der pädagogischen Fachkraft knüpft an das Kind an und erweitert dessen Äußerung um bildungssprachliche Elemente. Bei der Äußerung „Das klingt hoch“ lautet eine mögliche Response: „Ja, das Glas mit wenig Wasser klingt höher als das volle Glas. Woran könnte das liegen?“ Auf diese Weise werden Vergleichsformen modelliert und Begründungen angeregt.

Bewährte Impulse für komplexere Sätze umfassen:

  • „Was hast du zuerst gemacht, was danach?“
  • „Woran hast du gemerkt, dass …?“
  • „Was ist anders geworden, als wir … verändert haben?“
  • „Wie erklärst du dir, dass …?“

Diese Fragestellungen erfordern Konnektoren, Nebensätze und begründende Strukturen. Die zusätzliche Sicherung der Ergebnisse in Forscherbüchern durch Diktieren, Zeichnen und Wiederfinden von Sätzen stützt den Aufbau zusammenhängender .

Haltung und Abgrenzung

Bildungssprache entwickelt sich in dialogischen , in denen Vermutungen als Denkschritte und nicht als Defizite behandelt werden. Bei Vermutungen in einer anderen werden die Inhalte aufgegriffen und im Deutschen gespiegelt.

Fachlich beschränkt sich der Fokus auf die Förderung bildungssprachlicher Register im pädagogischen Kontext und auf pädagogische Beobachtungen, abgegrenzt von logopädischen oder medizinischen Zusammenhängen.

Impuls zum Weiterdenken

Bildungssprache entfaltet sich in Situationen, die Kindern Zeit zum Vermuten, Beobachten und Erklären bieten. Die Auswertungsphase eines Experiments verbindet konkretes Handeln mit anspruchsvollen Sprachhandlungen.

Abschließend stellt sich die fachliche Frage, an welcher Stelle von Forscherrunden zusätzliche Zeit für die Auswertung eingeplant werden kann, um Konnektoren und Begründungen sprachlich sichtbar zu machen.

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