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Gezielte Förderung von Satzbau und Wortbildung in Kleingruppen

als direkte Fördermethode Die Inputspezifizierung ist eine direkte Methode der Sprachförderung. Dabei wird Kindern eine sprachliche gehäuft und aufbereitet in der direkt an sie gerichteten Sprache angeboten, noch bevor diese Struktur von den Kindern selbst sicher verwendet wird. Statt einer offenen Korrektur kindlicher Äußerungen werden im weiteren Gesprächsverlauf mehrere Beispiele der gesuchten Struktur dargeboten. Die Form wird von Kindern in wechselnden wahrgenommen und im zeitlichen Verlauf rekonstruiert. Ein Beispiel: Bei der gemeinsamen Betrachtung eines Bilderbuches äußert ein Kind „Auto fahren schnell.“ Durch Aufgreifen des Inhalts wird mehrfach modelliert: „Das rote Auto fährt schnell. Der blaue Bus fährt langsam. Und dort fährt das Motorrad ganz laut.“ Die Zielstruktur – mit finitem – erscheint dicht, ohne dass ein direkter Hinweis auf einen Fehler erfolgt. Grundlagen zur methodischen Einbettung sind unter Grundlagen der Inputspezifizierung: Gezielte Sprachangebote gestalten verzeichnet.

Von Udo Elfert
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Die Kleingruppe als Lernraum

Kleingruppen von drei bis fünf Kindern ermöglichen eine hohe sprachliche Dichte pro Kind. Materialien, und Gesprächsimpulse werden so gewählt, dass die Zielstruktur natürlich wiederholt vorkommt. Die Verankerung im Spiel bildet die Grundlage; dabei bieten Spielsituationen einen Anlass zum Sprechen anstelle von isolierten Übungen.

Bewährte Formate sind:

  • mit klaren Handlungssequenzen (Kaufladen, Puppenwohnung, Werkstatt)
  • Bildkartenspiele mit wiederkehrenden Satzmustern
  • Alltagsroutinen wie Frühstück, Anziehen oder Aufräumen
  • Bilderbücher mit repetitiver Struktur

Pädagogische Angebote werden gezielt gesteuert, Fragestellungen restriktiv eingesetzt und Sprechräume für die Kinder bereitgestellt.

Beobachtung als Grundlage der Förderplanung

Grundlage jedes Angebots bildet die systematische . Über mehrere Tage hinweg werden konkrete Äußerungen der Kinder dokumentiert und den grammatikalischen Bereichen zugeordnet. Daraus ergibt sich der Kenntnisstand bezüglich stabiler und schwankender Strukturen der . Die Morphosyntax beschreibt das Zusammenspiel von Wortformen und Satzbau, wie etwa die korrekte Positionierung des Verbs im Satz bei gleichzeitiger Passung der Endung.

Diese Beobachtungen dienen der Förderplanung und nicht der . Bei anhaltenden Auffälligkeiten erfolgt die Abklärung durch logopädische Fachstellen oder medizinische Fachpersonen.

Fallbeispiele und passende Zielstrukturen

Die folgenden drei Fälle entstammen der Altersspanne, in der grammatikalische Strukturen typischerweise gefestigt werden, und veranschaulichen den konkreten Einsatz der Inputspezifizierung.

Fallbeispiel (Alter)Kindliche ÄußerungZielstrukturPädagogische Response
(3;11)„Ich heute Kindergarten gehe.“Verbzweitstellung im „Ah, du gehst heute in den Kindergarten. Ich gehe auch dorthin. Wir gehen zusammen.“
Ich-Form (3;10)„Lena will Saft.“ (über sich selbst)1. Person Singular mit Personalpronomen „ich“„Du möchtest Saft? Ich gieße dir welchen ein. Ich nehme auch ein Glas.“
(4;8)„Zwei Hund, drei Auto.“Regelhafte Pluralbildung mit -e, -en, -er, -s„Ja, da sind zwei Hunde. Und dort stehen drei Autos. Und wie viele Kinder siehst du?“

4.1 Wortstellung stützen

Ein Kind (3;11) platziert das finite Verb häufig an das Satzende. Im deutschen Aussagesatz steht das gebeugte Verb an der zweiten Position. In einer Kleingruppe zum Thema „Was machst du am Morgen?“ werden Modellsätze angeboten: „Ich putze die Zähne. Ich ziehe die Jacke an. Ich packe meine Tasche.“ Die Kinder eigene Handlungen; Äußerungen werden aufgegriffen und die Verbzweitstellung modelliert, ohne die kindliche Form zu wiederholen.

4.2 Ich-Form anbahnen

Ein Kind (3;10) spricht über sich selbst in der dritten Person oder verwendet den eigenen Namen. Die 1. Person Singular stellt eine anspruchsvolle Struktur dar, da Personalpronomen und verknüpft werden. Es werden Aktivitäten gewählt, in denen das Personalpronomen „ich“ gehäuft verwendet wird: „Ich schneide die Banane. Ich probiere den Apfel. Ich lege den Löffel dazu.“ Kurze Wechselrituale („Ich bin dran. Jetzt bist du dran.“) rahmen die Struktur zusätzlich ein.

4.3 Pluralmarkierung differenzieren

Ein Kind (4;8) bildet den Plural noch nicht regelhaft. Die Pluralmarkierung im Deutschen ist komplex, da mehrere Endungen parallel existieren. Sortier- und Zählspiele eignen sich zur Darbietung von im Plural: „Hier liegen drei Bälle. Dort liegen zwei Puppen. Und da sind vier Bücher.“ Gegenstände werden nach Menge oder Kategorie geordnet; die passende Pluralform wird modelliert und in der weiteren Spielhandlung wiederholt.

Prinzipien für den Einsatz in der Kleingruppe

Für die Durchführung der Inputspezifizierung sind folgende Grundsätze maßgeblich:

  • Pro Fördereinheit wird eine Zielstruktur gewählt und über mehrere Sitzungen konstant gehalten.
  • Die Zielstruktur wird mindestens fünf- bis achtmal pro Aktivität in wechselnden Sätzen angeboten.
  • Explizite Korrekturen und Aufforderungen zum Nachsprechen entfallen.
  • Inhaltlich wird am Anliegen des Kindes angeknüpft und eine kurze, passende gegeben.
  • Nach jeder Einheit wird dokumentiert, welche Strukturen von den Kindern aufgegriffen wurden.

Für die Verbindung von grammatikalischer Förderung mit lexikalischen Angeboten wird auf den Beitrag Wortschatzerweiterung: Adjektive und Raumlagebezeichnungen spielerisch vermitteln verwiesen.

Abgrenzung zur therapeutischen Arbeit

Die Inputspezifizierung ist eine pädagogische Methode zur . Sie stützt sich auf die Beobachtung kindlicher Äußerungen und darauf aufbauende Sprachangebote. Eine Ersetzung sprachtherapeutischer Interventionen erfolgt nicht. Bei längerfristig ausbleibenden Fortschritten oder deutlicher Betroffenheit mehrerer sprachlicher Ebenen werden die Bezugspersonen informiert und Verweise an zuständige Fachstellen vorgenommen.

Transfer in die Praxis

Abschließend erfolgt die fachliche Beobachtung und Planung bezüglich der in der Gruppe aktuell noch instabilen Zielstrukturen sowie geeigneter wiederkehrender Aktivitäten für deren gehäufte Darbietung in den kommenden zwei Wochen. Klare Planung, konsequente und systematische Beobachtung bestimmen die grammatikalische Förderung im Alltag.