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Gezielte additive Sprachförderung in der Kleingruppe

Manche Kinder benötigen über die hinaus ein zusätzliches, strukturiertes Angebot. Hier setzt die an: als geplante, zeitlich begrenzte Maßnahme in kleinen Gruppen, die sich gezielt an sprachlichen Entwicklungsschritten der teilnehmenden Kinder orientiert.

Von Udo Elfert
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Was additive Sprachförderung auszeichnet

Sprachförderung bezeichnet ein zusätzliches, planvoll gestaltetes Sprachangebot außerhalb der Alltagssituationen. Sie ergänzt die alltagsintegrierte Sprachbildung. Ein Beispiel veranschaulicht die Umsetzung: Eine Fachkraft arbeitet zweimal pro Woche für 20 Minuten mit vier Kindern in einem ruhigen Raum zu einem gemeinsamen Thema, etwa zu mithilfe eines Bewegungsspiels.

Die Abgrenzung zur logopädischen Arbeit ist sachlich definiert: Additive Förderung ist eine pädagogische Maßnahme für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf im Erst- oder . Bei festgestellten erfolgt die Begleitung durch logopädische Fachstellen in einem eigenständigen Setting Abgrenzung von Sprachbildung, Sprachförderung und Sprachtherapie.

Alltagsintegriert und additiv im Vergleich

Beide Zugänge verfolgen das Ziel, sprachliche Kompetenzen zu stärken, und unterscheiden sich in Rahmen und Vorgehen.

MerkmalAlltagsintegriertAdditiv
AnlassJede Sprechsituation im AlltagGeplantes Zusatzangebot
GruppeGesamtgruppe, spontane KonstellationenFeste Kleingruppe (in der Regel 3–6 Kinder)
OrtÜberall in der KitaRuhiger, ablenkungsarmer Raum
ZeitFortlaufendFeste Termine, begrenzter Zeitraum
PlanungThemen entstehen situativVorab formulierte Förderziele
ZielgruppeAlle KinderKinder mit spezifischem Bedarf

Beide Ebenen greifen ineinander: Ein in der Kleingruppe eingeführtes lässt sich im Kita-Alltag, beispielsweise am Mittagstisch, im Garten oder im Morgenkreis, aufgreifen und festigen.

Kinder mit besonderem Bedarf erkennen

Die Auswahl der Kinder stützt sich auf strukturierte Beobachtungsverfahren, den kollegialen Austausch und ; diagnostische Einschätzungen sind nicht Gegenstand dieser Auswahl.

Beobachtungsanlässe umfassen:

  • einen im Vergleich zu Gleichaltrigen geringeren Wortschatzumfang
  • Schwierigkeiten beim inhaltlichen Verstehen von Aufforderungen oder Geschichten
  • kurze, wenig ausgebaute Äußerungen im dritten oder vierten Lebensjahr
  • einen frühen sprachlichen Stand im Deutschen bei Kindern mit anderer

meint den Erwerb des Deutschen zusätzlich zu einer bereits erworbenen Erstsprache, häufig ab dem Kita-Eintritt. Ein Kind mit 3;4 Jahren, das zu Hause Türkisch spricht und seit drei Monaten die Kita besucht, befindet sich am Beginn dieses Prozesses. Die vorhandene Erstsprache bildet dabei eine sprachliche Ressource; erweitert die kommunikativen Möglichkeiten des Kindes.

Kleingruppen sinnvoll organisieren

Kleingruppenarbeit bezeichnet das gezielte Arbeiten mit einer überschaubaren Anzahl von Kindern für intensiven Austausch, häufige Sprechanteile und passgenaue Impulse. Die Organisation stützt sich auf eine feste Zusammensetzung, feste Rituale und wiedererkennbare Abläufe.

Planungsparameter umfassen:

  • Gruppengröße: 3 bis 6 Kinder mit ähnlichem
  • Dauer der Einheit: 15 bis 30 Minuten, altersangepasst
  • Frequenz: zwei bis drei feste Termine pro Woche
  • Zeitraum: mehrere Monate mit klarem Anfang und Ende
  • Ort: ruhiger Raum ohne Durchgangsverkehr
  • Material: wiederkehrende , Bildkarten, Bilderbücher,

Jede Einheit verfolgt ein konkretes Förderziel, etwa den Ausbau bestimmter Wortfelder, das Erproben grammatischer Strukturen oder das Erzählen anhand von Bildfolgen. Rezeptive und expressive Anteile werden dabei kombiniert.

Die Rolle der Fachkraft in der Kleingruppe

Die sprachliche Zuwendung in der Kleingruppe basiert auf strukturierten . Eine Response greift den Beitrag des Kindes auf, modelliert ihn sprachlich korrekt und erweitert ihn inhaltlich. Bei der Äußerung „Der Hund gelauft“ antwortet die Fachkraft beispielsweise: „Ja, der Hund ist weggelaufen. Wohin ist er gelaufen?“

Grundsätze der Kleingruppenarbeit umfassen:

  • regelmäßige Sprechanteile für jedes Kind
  • Berücksichtigung von Sprechpausen für kindliche Formulierungen
  • Ausrichtung der Impulse an den Interessen der Gruppe
  • der Lernfortschritte und Austausch mit Eltern

Abschluss und Transfer

Additive Sprachförderung ist eine planvoll gestaltete, zeitlich befristete und mit dem Kita-Alltag verknüpfte Maßnahme zur Stärkung der von Kindern mit spezifischem Bedarf.

Für die Praxis ist die Bestimmung der Kinder relevant, die von einem festen Kleingruppenangebot profitieren, sowie die Festlegung eines zeitlichen Rahmens für die kommenden drei Monate.

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