Rollenspiel als Sprachbildungsform
In der alltagsintegrierten Sprachbildung geht es primär um die kommunikativen Interaktionsformen und weniger um die reinen Inhalte. Neben dem Singen, dem Freispiel und dem dialogischen Lesen stellt das Rollenspiel eine wesentliche Methode dar. Im Rollenspiel können Kinder verschiedene Rollen einnehmen und dadurch unterschiedliche Sprachcodes spielerisch erfahren. Das Kind kann dabei:
- Die Rolle eines älteren Kindes einnehmen und mit dessen Sprachcode spielerisch experimentieren.
- Die Rolle von Erwachsenen einnehmen und mit den entsprechenden Sprachcodes experimentieren.
- Die Rollen von unterschiedlichsten Personen, Tieren, Fantasiewesen, Märchenfiguren und Berufen einnehmen und mit dem sprachlichen Ausdruck von Autorität, Falschheit, Güte, Mitgefühl, Verschlagenheit, Dominanz, Dummheit, Schläue und weiteren Ausprägungen experimentieren.
Sprachcodes und sprachliche Vielfalt
Die vom Kind beim Rollenspiel eingesetzten verschiedenen Sprachcodes weisen eine unterschiedliche Satzkomplexität (kurze und lange Sätze, Haupt- und Nebensätze), unterschiedliche Wörter (hochfrequente und häufige Wörter, niedrigfrequente und seltene Wörter) sowie teilweise eine unterschiedliche und auf und führen zu unterschiedlichem Kommunikationsverhalten. Der spielerische Umgang mit diesen verschiedenen Sprachcodes fördert den Spracherwerb und die sprachliche Vielfalt beim Kind.
