Sprache als Schlüsselkompetenz
Sprache als wesentliches Medium durchzieht sämtliche Entwicklungsbereiche und stellt eine zentrale Schlüsselkompetenz für Kinder und Erwachsene dar. Umfangreiche sprachliche Kompetenzen ermöglichen es, Gefühle und Emotionen auszudrücken oder zu erfragen, Beziehungen zu initiieren und zu gestalten, Bedürfnisse zu äußern, Aufträge zu erteilen, Sprache als Werkzeug des Denkens zu nutzen, sich in der Welt zurechtzufinden, mit Sprache zu handeln und erfahren, die eigene Ich- und Identitätsentwicklung vorantreiben sowie Kultur auszudrücken und zu festigen; zudem wird man von anderen meist verstanden. Umgekehrt führen geringere sprachliche Kompetenzen dazu, dass Gefühle und Emotionen weniger differenziert ausgedrückt und erfragt werden, Beziehungen weniger adäquat gestaltet und Bedürfnisse weniger präzise geäußert werden, Sprache nur eingeschränkt als Denkwerkzeug dient, Orientierung und Selbstwirksamkeit gemindert sind, die Ich- und Identitätsentwicklung sowie der kulturelle Ausdruck eingeschränkt werden und Missverständnisse im Austausch mit anderen häufiger auftreten.
Sprache als Tor zur Welt
In diesem Zusammenhang wird Sprache als „Tor zur Welt“ oder als „Schlüssel zur Welt“ bezeichnet. Dies spiegelt sich auch in dem Ausspruch des Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889–1951) wider: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Wie umfassend Sprache alle Entwicklungsbereiche durchzieht und als Schlüsselkompetenz wirkt, veranschaulicht das Modell von „Sprache als Eisberg im Wasser": Über der Wasseroberfläche befinden sich formale Aspekte wie , und . Unter der Wasseroberfläche zeigt sich Sprache in ihrer ganzen Vielfalt als Ausdruck und Träger von Kultur und Identität, als Handeln, Ausdruck von Gefühl und Emotion, als Werkzeug zur Gestaltung von Beziehungen und des Denkens, als Grundlage für Kommunikation und Dialog, als Mittel für Austausch sowie als Träger von Information.
Bedeutung für Entwicklung und Bildung
Da sich Sprache durch alle Bereiche zieht, stellt sie sowohl in der Kindheit als auch im weiteren Lebensverlauf eine Schlüsselkompetenz dar. Der Spracherwerb und die sprachliche Kompetenz im Kindesalter wirken bis ins Erwachsenenalter hinein. Erfahrungen und fachliche zeigen, dass Kinder, die im Kita- und Kindergartenalter Auffälligkeiten oder Störungen im Spracherwerb aufweisen, in der Schulzeit vermehrt zu Lese-Rechtschreib-Schwächen (LRS, Legasthenie) neigen, häufiger unter Dyskalkulie (Rechenschwäche) leiden und insgesamt geringere schulische Leistungen erbringen können. Grundlegende Lernprozesse und Entwicklungsverläufe werden in den frühen Jahren geprägt, was nicht allein Kinder mit diagnostizierten Störungen betrifft. richtet sich daher an alle Kinder und ist nicht auf Personen mit speziellem Förderbedarf im Spracherwerb beschränkt. Zudem fungiert die alltagsintegrierte Sprachbildung in Kitas und Kindergärten als , da alle anderen Entwicklungsbereiche eng mit Sprache verbunden sind.
