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Sprachliche Transfers: Regelübertragungen im Zweitspracherwerb verstehen

Der Fachbegriff Sprachlicher bezeichnet die Übertragung sprachlicher Strukturen von einer bereits erworbenen Sprache auf eine weitere. Das Kind wendet vertraute Regeln – etwa zur , zu oder zur Verbstellung – auf das Deutsche an und prüft, ob sie funktionieren. Ein Beispiel aus dem Kita-Alltag: Ein Kind mit türkischer sagt beim Anziehen „Ich Jacke anziehen“. Im Türkischen steht das typischerweise am Satzende. Das Kind überträgt diese Regel und zeigt damit, dass es Satzstrukturen bewusst bildet.

Von Udo Elfert
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Was ein sprachlicher Transfer ist

Der Fachbegriff Sprachlicher Transfer bezeichnet die Übertragung sprachlicher Strukturen von einer bereits erworbenen Sprache auf eine weitere. Das Kind wendet vertraute Regeln – etwa zur Wortstellung, zu Artikeln oder zur Verbstellung – auf das Deutsche an und prüft, ob sie funktionieren. Ein Beispiel aus dem Kita-Alltag: Ein Kind mit türkischer Erstsprache sagt beim Anziehen „Ich Jacke anziehen“. Im Türkischen steht das Verb typischerweise am Satzende. Das Kind überträgt diese Regel und zeigt damit, dass es Satzstrukturen bewusst bildet.

Transfers treten in allen sprachlichen Bereichen auf: bei der , im , in der und im Sprachgebrauch in Situationen. Besonders auffällig sind sie in der Grammatik, weil hier die Unterschiede zwischen den Sprachen sichtbar hervortreten.

Transfers als Kompetenz, nicht als Defizit

Der verläuft als aktiver Prozess, bei dem Kinder eigenständig Hypothesen über die neue Sprache aufbauen und diese mit jeder neuen Erfahrung anpassen. Übertragungen aus der Erstsprache sind ein Indikator dafür, dass dieser aktive Prozess stattfindet. Das Kind arbeitet mit den bereits verfügbaren sprachlichen Mitteln.

Damit rückt die Selbstbildungskompetenz in den Mittelpunkt: die Fähigkeit des Kindes, sich Welt und Sprache eigenständig anzueignen. Kinder testen, verwerfen und verfeinern Regeln. Sie bilden aus wenigen Hinweisen Strukturen, ohne dass eine explizite Grammatikerklärung erfolgt. Die Erkennung und Anerkennung von Transfers würdigt genau diese Eigenaktivität.

Zur fachlichen Abgrenzung: Ein Transfer stellt keine sprachliche Auffälligkeit im Sinne einer medizinischen oder logopädischen Einordnung dar. Er gehört zum regulären Verlauf des Zweitspracherwerbs. Bei Unklarheiten über den Entwicklungsverlauf sind kollegiale Absprachen und Fachberatungen Bestandteil der Arbeitsteilung.

Typische Beispiele aus dem Kita-Alltag

Die folgenden Beispiele verdeutlichen, wie Transfers klingen und wie die pädagogische Fachkraft an die kindliche Äußerung anschließt. Die zugewandte Antwort bestätigt inhaltlich, was das Kind ausdrücken möchte, und stellt zugleich die deutsche Struktur zum Anknüpfen bereit.

  • Wortstellung: Kind (4;2): „Ich Ball haben.“ – Fachkraft: „Ah, du möchtest den Ball haben. Hier ist er.“
  • Artikelgebrauch: Kind (3;8): „Ich sehe Hund.“ – Fachkraft: „Ja, da ist ein Hund. Der Hund ist ganz schön groß.“
  • : Kind (4;6): „Ich gehe in Kindergarten.“ – Fachkraft: „Genau, du gehst in den Kindergarten. Was möchtest du dort spielen?“
  • Verbstellung im : Kind (5;1): „Ich weiß nicht, wo ist meine Mütze.“ – Fachkraft: „Du weißt nicht, wo deine Mütze ist. Sollen wir gemeinsam suchen?“
  • : Kind (4;0): „Der Sonne scheint.“ – Fachkraft: „Ja, die Sonne scheint heute schön warm.“

Die Fachkraft greift den Inhalt auf, ohne die kindliche Äußerung zu bewerten. Das Kind erhält dadurch ein sprachliches Orientierungsmodell. Vertiefende Anregungen zu dieser enthält der Beitrag Modellieren statt Korrigieren: Die verbesserte Wiederholung im Kita-Alltag.

Wertschätzend begleiten – konkrete Haltung

Eine ressourcenorientierte Begleitung erkennt an, was das Kind bereits leistet: Es kommuniziert, bildet Sätze und nutzt sein sprachliches Vorwissen. Diese Ausrichtung wird im Alltag durch grundlegende Prinzipien gestützt:

  • : Die primäre Reaktion richtet sich auf den Inhalt der kindlichen Äußerung. Der Beziehungsfaden trägt den Sprachlernprozess.
  • Indirekte Korrektur: Die korrekte Form wird im Folgebeitrag angeboten, statt den Dialog durch direkte Korrekturen zu unterbrechen.
  • Erstsprache einbeziehen: Das Interesse an den Erstsprachen des Kindes und der Einbezug familiärer Begriffe unterstützen den Prozess.
  • Zeitrahmen berücksichtigen: Unterschiedliche zeitliche Verläufe, einschließlich stiller Anfangsphasen, werden berücksichtigt.
  • Wiederkehrende Situationen nutzen: Anziehen, Essen und Aufräumen bieten sprachliche Muster, die sich wiederholen und verankern.

Zugewandte Reaktionen wirken besonders bei zeitnah erfolgender und thematisch anschließender Durchführung. So entsteht ein Dialog zur stufenweisen Regelklärung ohne Prüfungssituation.

Zusammenfassung und Reflexionsfrage

Sprachliche Transfers sind Ausdruck aktiver Sprachlernarbeit. Kinder greifen auf ihr Wissen aus der Erstsprache zurück, bilden Hypothesen und passen sie an. Eine zugewandte Reaktion der Fachkraft bestätigt den Inhalt und bietet die deutsche Form zum Weiterlernen an. So wird die des Kindes zur Ressource für die Sprachbildung.

Die fachliche sprachlicher Übertragungen im Praxisalltag bildet die Grundlage für eine ressourcenorientierte sprachliche Begleitung und deren Weiterentwicklung im Team.