Hören, Aussprache & Sprechen 3 Min. Lesezeit

Funktionelle Unflüssigkeiten: Die Sprechplanung begleiten

In der Altersspanne zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr durchlaufen Kinder eine intensive Phase der Sprachentwicklung. Der erweitert sich kontinuierlich, die Satzstrukturen werden komplexer und bilden fortgeschrittene gedankliche Inhalte ab. In dieser Phase treten häufig sprachliche Unflüssigkeiten auf, wie Wortwiederholungen, Interjektionen oder Satzabbrüche. Derartige Phänomene sind Ausdruck der altersentsprechenden Sprachentwicklung und begründen keinen Behandlungsbedarf.

Von Udo Elfert
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Sprechplanung verstehen

Der Begriff der Sprechplanung bezeichnet den kognitiven Prozess der Übersetzung gedanklicher Inhalte in sprachliche Äußerungen. Dabei erfolgen die Inhaltsauswahl, die grammatische Strukturierung und die Vorbereitung der Artikulationsmotorik innerhalb kurzer zeitlicher Intervalle. In Erzählsituationen müssen zeitliche Abfolgen, Personen und Ereignisse simultan strukturiert werden, wodurch temporäre Wiederholungen oder Pausen entstehen.

treten auf, wenn die Kapazitätsgrenzen der Sprechplanung erreicht werden. Sie zeichnen sich durch einen entspannten Verlauf, geringe Frequenz und mangelnde Selbstaufmerksamkeit aus.

Typische Erscheinungsformen

In der Altersspanne zwischen 3;0 und 5;0 Jahren zeigen sich verschiedene entwicklungsbedingte Erscheinungsformen:

  • Wortwiederholungen: „Ich – ich – ich will das haben.“ Ganze Wörter werden ein- bis zweimal wiederholt.
  • Phrasenwiederholungen: „Und dann – und dann sind wir gefahren.“
  • Interjektionen: Kleine Einschübe wie „ähm“, „öh“ oder „hmm“, die zeitliche Spielräume zur Formulierung bieten.
  • Satzabbrüche: Ein Satzbeginn wird verworfen und neu angesetzt: „Der Hund hat – wir waren im Wald.“
  • Umformulierungen: Der Austausch von Wörtern bei temporärem Zugriffsmangel.

Diese Phänomene treten gehäuft in Phasen intensiven Wortschatzwachstums oder bei komplexen kommunikativen Anforderungen auf.

Wortwiederholung und Lautwiederholung unterscheiden

Für die pädagogische ist die Differenzierung zwischen Wort- und Lautwiederholung von Bedeutung.

MerkmalWortwiederholung (funktionell)Lautwiederholung (Beobachtungsanlass)
Beispiel„Ich – ich – ich möchte“„I-i-i-ich möchte“
Anspannungentspannt, lockeroft angespannt, mit Druck
Wahrnehmung des Kindesmeist unbewussthäufig bewusst, teils belastend
Häufigkeitphasenweiseanhaltend über Monate
Begleitzeichenkeinemimische Anspannung, Mitbewegungen möglich

Die Matrix dient der Orientierung. Die fachliche Einordnung sowie die Indikation einer logopädischen Abklärung erfolgen durch zuständige Fachstellen außerhalb des pädagogischen Arbeitsfeldes.

Wortwiederholungen bei 3- bis 5-jährigen Kindern begleiten

In dieser Altersspanne ist eine ruhige und zugewandte Gesprächsgestaltung wirksam. Bei sprachlichen Unflüssigkeiten wird von Unterbrechungen oder ergänzenden Eingriffen abgesehen. Eine kontinuierliche und geduldige Zuwendung stützt den . “ Die pädagogische Fachkraft reagiert sachlich: „Ja, die Nudeln sind noch richtig heiß. “ Die nimmt den sprachlichen Inhalt auf, ohne die Unflüssigkeit zu thematisieren.

Weitere hilfreiche Elemente im Alltag:

  • Absenkung des Sprechtempos und bewusster Einsatz von Pausen.
  • Verwendung offener Fragestellungen zur Vermeidung von Antwortdruck.
  • Bereitstellung von Erzählanlässen ohne zeitliche Restriktionen.
  • Gestaltung von Gruppengesprächen unter Gewährleistung ungehinderter Redeanteile.

Kurzer Rückblick

Funktionelle Unflüssigkeiten begleiten viele Kinder bei der Konsolidierung der Sprechplanung. Sie stellen entwicklungsbedingte Merkmale und keine pathologischen Auffälligkeiten dar. Die Bereitstellung von zeitlichen Ressourcen, zugewandter Kommunikation und passenden Responses unterstützt diese Phase wirksam.

Abschließend ist die Reduktion von Zeitdruck in alltäglichen Gesprächssituationen ein relevanter Faktor zur Förderung sprachlicher Ruhe.

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