Hören, Aussprache & Sprechen 5 Min. Lesezeit

Schlüsselwortstrategie unterstützen

Der Einsatz der ist eine rezeptive Fähigkeit im kindlichen Spracherwerb und gehört zur Ebene des Sprachverständnisses. Im Rahmen der Sprachentwicklung beginnt diese durchschnittlich im neunten Lebensmonat und endet mit etwa 18 Monaten. Die Schlüsselwortstrategie bedeutet, dass ein Kind das zentrale, wichtigste Wort – das Schlüsselwort – aus dem Lautstrom, also aus den Äußerungen einer Bezugsperson, heraushört und mit einer Bedeutung belegt. Da das Kind in diesem Alter noch nicht zur Begriffs- und Kategorienbildung in der Lage ist, unterscheidet sich die Bedeutung dieser ersten Wörter von der Bedeutung bei älteren Kindern und Erwachsenen: Das Kind sammelt alle Erfahrungen, die es mit einem bestimmten gemacht hat, in diesem Korb und fasst all diese Erfahrungen in dem einen Wort zusammen. Beispiel: Die Bedeutung des Wortes Teddy könnte für ein Kind in diesem Alter beispielsweise sein: „Der Gegenstand ist ganz weich und fühlt sich sehr angenehm an. Ich kuschle gerne damit. Das Objekt sieht freundlich aus. Es liegt oft im Bett und auf dem Sofa. Der Teddy hat große, schwarze Augen. Mama hat ihn in ihrer Tasche, wenn wir weggehen.“ Bei der Schlüsselwortstrategie hört das Kind einzelne Wörter aus dem Gesagten heraus. Da das Kind die Sprache und die einzelnen Wörter noch nicht vollständig kennt, geht es zunächst darum, überhaupt einzelne Wörter aus dem Lautstrom herauszuhören. Für das Herauszuhören einzelner Wörter aus dem Lautstrom im Rahmen der ist es wichtig, dass erwachsene Bezugspersonen die einzelnen Wörter nicht miteinander verschleifen, sondern so sprechen, dass diese hörbar klar voneinander zu trennen und zu unterscheiden sind (beispielsweise eher „Hier hast du den Ball“ anstelle von „Hierhasudenball“). Dies ist beim Einsatz der meistens der Fall. Darüber hinaus bedarf es weiterer Faktoren, damit ein Kind die Schlüsselwortstrategie einsetzen kann. Äußerungen von Bezugspersonen zeichnen sich durch einen deutlichen Sprechrhythmus und eine deutliche Sprechmelodie beziehungsweise Betonung aus. Erst dadurch hat das Kind die Chance, das Schlüsselwort im Satz zu isolieren und diesem im zweiten Schritt eine Bedeutung zuzuordnen. Wenn mit dem Kind in Ammensprache gesprochen wird, treten die deutliche Betonung und die deutliche ganz natürlich auf. Die Ammensprache bildet eine wesentliche Grundlage für die Schlüsselwortstrategie: Spricht ein Erwachsener in Ammensprache mit dem Kind, hört das Kind zu, richtet seine Aufmerksamkeit auf das Gesagte, weiß, dass dies wichtig ist und gilt, und isoliert Wörter als Schlüsselwörter aus dem Lautstrom. Notwendig für die Schlüsselwortstrategie ist neben einer deutlichen Betonung und Prosodie im Rahmen der Ammensprache aufseiten des Kindes auch ein Gefühl für Betonung und Rhythmus. Ohne ein solches Rhythmusgefühl könnte die akustische Betonung im Sprachverstehen nicht verarbeitet werden, sodass das Kind einzelne Wörter nicht heraushören kann. Die meisten Kinder verfügen jedoch bereits von Geburt an über ein gut ausgeprägtes Rhythmusgefühl, da sie schon vorgeburtlich mit verschiedenen Rhythmen in Kontakt gekommen sind, darunter der Herzschlag der Mutter, die Atmung der Mutter, rhythmische Bewegungen (Gehen, Laufen), der Sprechrhythmus von Bezugspersonen sowie Musik.

Von Udo Elfert
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Tipps für die alltagsintegrierten Sprachbildung

Pädagogische Fachkräfte unterstützen die Anwendung der Schlüsselwortstrategie bei Kindern. Dabei finden grundlegende Sprachbildungsstrategien Anwendung: , , , die Berücksichtigung des , , eine warme Stimme, das Sprechen auf Augenhöhe sowie und . Für den erfolgreichen Einsatz der Schlüsselwortstrategie sprechen Bezugspersonen mit deutlicher Betonung und einem deutlichen Rhythmus; dementsprechend setzen pädagogische Fachkräfte Elemente der Ammensprache ein.

Ein wichtiger Faktor dafür, dass neue Wörter von einem Kind verstanden, mit einer Bedeutung belegt und im (im ) abgespeichert werden, ist die Wiederholung. Besonders sinnvoll ist es, wenn das betreffende neue Schlüsselwort dem Kind im selben wiederholt präsentiert wird. Beispiel: Das Kind schaut auf einen Ball, der im Raum liegt. Es schaut dann die anwesende erwachsene Bezugsperson an (triangulärer Blickkontakt). Die Bezugsperson erwidert den Blick, schaut ebenfalls auf den Ball, macht eine zum Ball, schaut wieder das Kind an und spricht in Ammensprache mit deutlicher Betonung, einem deutlichen Sprechrhythmus und leicht erhöhter Sprechstimmlage: „Da liegt ja ein Ball. Was für ein schöner, roter Ball. Möchtest du gerne den Ball haben? … Hier hast du den Ball.“

Auch alle Methoden, welche das Rhythmusgefühl von Kindern fördern, sind nicht nur zur Unterstützung der Schlüsselwortstrategie hilfreich, sondern ganz allgemein im Rahmen der alltagsintegrierten Sprachbildung sinnvoll: Klatschspiele, Kosespiele, Kniereiterspiele, Reime, Verse, Lieder und Singen, Sprechgesang, Abzählreime sowie Bewegungsspiele.

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