Frühe Sprachentwicklung & U3 3 Min. Lesezeit

Die Ammensprache, Baby-Talk, Motherese

wird fachsprachlich auch als „Baby-Talk“ oder „Motherese“ bezeichnet. Sie wird von erwachsenen Bezugspersonen in der Kommunikation mit jungen Kindern, insbesondere während des ersten Lebensjahres, eingesetzt.

Von Udo Elfert
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Merkmale der Ammensprache

Ammensprache wird fachsprachlich auch als „Baby-Talk“ oder „Motherese“ bezeichnet. Sie wird von erwachsenen Bezugspersonen in der Kommunikation mit jungen Kindern, insbesondere während des ersten Lebensjahres, eingesetzt.

Die Ammensprache zeichnet sich aus durch:

  • eine erhöhte Sprechstimmlage
  • eine deutliche Betonung
  • eine deutliche Sprechmelodie
  • einen deutlichen Sprechrhythmus
  • eine deutliche Pausensetzung
  • eher kurze Sätze
  • ein leicht reduziertes Sprechtempo

Funktion im frühen Spracherwerb

Die Ammensprache ist Bestandteil des intuitiven Elternprogramms. Dies bedeutet, dass Erwachsene und Eltern in der Kommunikation mit Säuglingen im ersten Lebensjahr diese Sprachform intuitiv anwenden. Zudem ist die Ammensprache in nahezu allen Kulturen verbreitet. Fachlich wurde die Bedeutung der Ammensprache zeitweise kontrovers diskutiert, dennoch wird sie als hochgradig förderlich für den Spracherwerb im ersten Lebensjahr angesehen.

Akustische Merkmale der Ammensprache lenken die Aufmerksamkeit des Säuglings auf die sprachliche Äußerung. Das Kind erkennt dabei, dass die Äußerung Relevanz besitzt und direkt an es gerichtet ist. Insbesondere ermöglicht die Ammensprache dem Kind, wesentliche Wörter aus dem Lautstrom zu isolieren und ab dem neunten Lebensmonat die einzusetzen. Sie unterstützt maßgeblich den frühen Wortschatzaufbau. Die funktionale Bedeutung der Ammensprache zeigt sich an ihrer Einbindung in das transkulturelle intuitive Elternprogramm.

Bedeutung für die Sprachbildung

Die Ammensprache fungiert als Sprachbildungsstrategie und sprachförderliches Verhalten im Rahmen der . Neben Eltern wenden auch pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen die Ammensprache im ersten Lebensjahr an und nutzen in den Folgejahren allgemeinere kindgerichtete Sprachförderung.