Frühe Sprachentwicklung & U3 3 Min. Lesezeit

Die erste Lallphase in der Sprachentwicklung

Nachdem ein Neugeborenes zunächst über Schreien, Vitallaute und andere Kontakt- und Kommunikationslaute mit seiner Umwelt in Kontakt tritt, beginnt ab dem dritten Lebensmonat die .

Von Udo Elfert
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Zeitraum und Merkmale

Die erste Lallphase lässt sich bei Kindern in der Regel zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensmonat beobachten.

In dieser Phase produzieren Kinder ein breites Spektrum an Lauten, die über die unmittelbare Umgebungssprache hinausgehen können.

Die Vielfalt der Sprachlaute weltweit

Die unterschiedlichen Sprachen weisen eine variierende Anzahl an Sprachlauten auf. In der wird die Zahl der je nach Analysemethode unterschiedlich beziffert.

Auch die Art der Sprachlaute unterscheidet sich: Im Englischen existieren th-Laute, im Arabischen Kehllaute, im Hindi retroflexive Konsonanten, bei denen die Zunge etwas nach hinten gebogen wird, und in verschiedenen Sprachen Klick- sowie Schnalzlaute. Kinder können in der ersten Lallphase ein breites Lautspektrum bilden, das über die Laute im unmittelbaren sprachlichen Umfeld hinausgeht.

Es geht noch nicht um Sprachlaute im engeren Sinn

In der ersten Lallphase geht es Kindern noch nicht um Sprachlaute im engeren Sinn. Die Lautproduktion in dieser Phase ist nicht ausschließlich an die der Umgebungssprache gebunden.

Exkurs: Die zweite Lallphase findet etwa zwischen dem sechsten und dem zehnten Lebensmonat statt. Bleibt die zweite Lallphase aus oder ist sie stark reduziert, kann dies ein Hinweis auf eine Hörbeeinträchtigung sein und sollte fachärztlich abgeklärt werden. Für die zweite Lallphase hat das Hören eine andere Bedeutung als für die erste Lallphase.

Die eigentliche Funktion: taktil-kinästhetische Wahrnehmung

Abseits der Lautproduktion im engeren Sinne erfüllt die erste Lallphase eine spezifische Funktion.

In der ersten Lallphase steht die im Mund- und Gesichtsbereich im Mittelpunkt. Kinder probieren aus, wie es sich anfühlt, die Zunge nach oben, unten, rechts, links, vorne oder nach hinten zu bewegen. Sie sammeln Erfahrungen damit, den Mund beziehungsweise die Lippen zu öffnen oder zu schließen, dabei gleichzeitig ein- oder auszuatmen oder die Stimme einzusetzen.

Sprachbildungsstrategien und sprachförderliches Verhalten

Während der ersten Lallphase kommen grundlegende Sprachbildungsstrategien zur Anwendung. Dazu gehören:

  • Respond – die auf kindliches Verhalten wie das Lallen
  • – das kommunikative Sich-Abwechseln („Ich-bin-dran-du-bist-dran“)
  • Warme, weiche Stimme
  • – dem Kind Zeit für Äußerungen geben

Zudem ist für die während der ersten Lallphase hilfreich:

  • Verwendung der mit einer etwas erhöhten Sprechstimmlage, in einem deutlichen Sprechrhythmus sowie mit deutlicher Betonung und
  • Einnahme einer Position auf Augenhöhe in räumlicher Nähe zum Kind
  • Gewährung angemessenen Körperkontakts

Übergang zur zweiten Lallphase

Nach der ersten Lallphase tritt die zweite Lallphase in Erscheinung. Dieser Übergang geschieht mitunter fließend oder zeigt zwischen den beiden Phasen eine kurze Zeitspanne, in der Kinder insgesamt weniger Lautäußerungen zeigen und weniger lallen oder babbeln.

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