Diagnose- und Therapiezeitpunkt
In der Regel werden myofunktionelle Störungen bei Kindern erst nach dem dritten Geburtstag diagnostiziert und therapiert. Symptome können jedoch bereits zuvor auf dieses Störungsbild hinweisen.
Symptome einer myofunktionellen Störung (MFS)
- Ständig geöffneter Mund
- Fehlende Nasenatmung
- Fehlender Lippenschluss
- Speichelfluss (Pseudo-Hypersalivation)
- Hervorquellen von Speisebrei beim Schlucken oder Kauen
- Schwierigkeiten, harte Nahrung (Brotkruste, Apfel etc.) zu kauen
- Fehlerhaftes Schluckmuster: Die Zunge drückt beim Schlucken meist nicht gegen den harten Gaumen, sondern weiter vorne gegen die Zähne
- Sigmatismus (Lispeln) und andere Artikulationsstörungen
- Zahnfehlstellungen
- Kieferwachstumsstörungen
- (ein zu hoher Gaumen)
- Scheinbar zu große Zunge: Die Zunge liegt oft zwischen den Zähnen oder Lippen
- Erhöhtes Infektionsrisiko im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (vergrößerte Nasenrachenmandel, Rachenentzündungen, Halsentzündungen, , Mandelentzündungen, Paukenergüsse)
- Verminderte Muskelspannung (orofaziale ) im Mund- und Gesichtsbereich
Rahmenbedingungen und fachliche Zuständigkeiten
Treten bei einem Kind mehrere der genannten Symptome auf, empfiehlt sich die fachärztliche Abklärung. Bei einer Störung des orofazialen Gleichgewichts können begleitend taktil-kinästhetische Wahrnehmungsauffälligkeiten im Mund- und Gesichtsbereich auftreten.
Therapeutische Interventionen bei myofunktionellen Störungen erfolgen durch zuständige Fachkräfte. Mundmotorische Übungen und Spiele unterstützen ergänzend die Förderung der Muskulatur und Wahrnehmung im Mund- und Gesichtsbereich; entsprechende Übungen sind in der Materialsammlung aufgeführt.
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